Jamaica in Stockholm

Jamaica rocken den Strand

Zehn Stunden Anreise für eine formlose DIN A4 Ankündigung an den Fenstern von The Strand: “The Twelves inställt!” – Wow. Selten haben mich simple Worte emotional so aufgewühlt. Auf der Fähre hatten wir noch Witze darüber gemacht, dann traf es tatsächlich ein. Die Band hing in Paris fest, der Schnee machte die Weiterreise in den europäischen Norden unmöglich. Die gute Nachricht, die in diesem Moment nur wenig tröstete: Jamaica trat trotzdem auf. Weshalb der Eintrittspreis auch nicht um eine Krone gesenkt wurde.

Letztendlich, so viel sei verraten, hat es sich dann aber doch gelohnt. Ironischerweise kommen Jamaica aus Paris, wo The Twelves (aus Brasilien) an jenem Freitagabend festhingen. Die drei Jungs rockten relativ gelassen, ohne große Rock-Gesten. Der Sound war gut, manche Songs vielleicht ein wenig zu eintönig, zu ähnlich. Solide, würde die Fachpresse schreiben. Herausragend natürlich: Short and Entertaining. Hier ging plötzlich ein Ruck durch das schwedische Publikum, die Leute tanzten. Ansonsten wippten sie mehr oder weniger ausgelassen mit den Füßen und Köpfen. Mehr gibt es zu diesem Konzert nicht zu sagen. Ganz machte es die Enttäuschung über die Absage von The Twelves nicht wett – aber es verhinderte, dass der Abend ein Desaster wurde.

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